Ein paar Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt die Handlung und umfasst fast ein Vierteljahrhundert: Comics-Meister Osamu Tezuka legt hier seine direkteste und nachhaltigste Kritik am Schicksal Japans nach der totalen Niederlage vor. Ungewöhnlich frei von cartoonhaften Prämisse, doch durchzogen von schwarzem, voyeuristischem Humor, erhebt sich Ayako als Höhepunkt der naturalistischen Literatur Japans, der selbst in der Prosa kaum seinesgleichen findet – die schillernde Heldin ein starkes Sinnbild für das, was nach dem Krieg im Verborgenen blieb. Wir schreiben das Jahr 1949. Zerschlagen von den Alliierten, besetzt von General MacArthurs Truppen, erlebt Japan einen gewaltigen Umbruch. Die Agrarreform löst große Landgüter auf und verteilt Parzellen an Pächter – eine schreckliche Nachricht für Großgrundbesitzer wie die erz-konservative Familie Tenge. Für Patriarch Sakuemon wiegt der Verdruß, daß einer seiner Söhne lebendig aus einem Kriegsgefangenenlager heimkehrt, statt für den Kaiser gefallen zu sein, kaum schwerer als die Enthüllung, daß ein anderer mit „den Roten“ verkehrt. Welchen Trost hat er da noch außer seiner jüngsten Ayako, seinem Augapfel, zugleich Tochter und Enkelin?
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