
Sekishoku Elegy
Manga · Japan · 1970 · 13 Kapitel · 1 Band
Seiichi Hayashi schuf Red Colored Elegy zwischen 1970 und 1971, im Nachklang eines politisch unruhigen und kulturell lebendigen Jahrzehnts, das neue Möglichkeiten versprach, sie aber nicht einlöste. Mit einer Kombination aus sparsamer Linienführung und visuellen Codes, die aus Animation und Film entlehnt sind, fängt diese poetische Meisterwerk das stille, melancholische Leben eines jungen Paares ein, das ums Überleben kämpft. Ichiro und Sachiko halten sich aus den politischen Bewegungen der Zeit heraus und hoffen auf etwas Besseres, doch sie sind keine Revolutionäre; ihre freie Zeit verbringen sie mit Trinken, Rauchen, Tagträumen und Schlafen – miteinander und bisweilen mit anderen. Während Ichiro versucht, mit seinen Comics seinen Lebensunterhalt zu verdienen, drängen Sachikos Eltern auf eine arrangierte Heirat, doch Ichiro scheint daran nicht interessiert. Sowohl in ihrer Beziehung als auch bei der Arbeit gelingt es Ichiro und Sachiko nicht, das auszusprechen, was sie sagen müssten, und wie jedes Paar sagen sie einander manchmal Dinge, die sie nicht so meinen – letztlich verständigen sie sich ebenso sehr über ihre Körpersprache und das Unausgesprochene wie über Worte. Red Colored Elegy ist ebenso von den japanischen Underground-Comics der Zeit geprägt wie von der französischen Nouvelle Vague, und seine kulturellen Bezüge reichen von James Dean bis Ken Takakura. Sein Einfluss in Japan war so groß, dass Morio Agata, ein bekannter japanischer Folk-Musiker und Singer-Songwriter, mit einem Liebeslied debütierte, das nach dem Werk benannt und von ihm inspiriert war. „Ich wollte leben wie Sachiko und Ichiro; Sehnsüchte haben, selbst wenn man stoisch und bescheiden lebt.“ – Morio Agata
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